In Baurecht

Die Abnahme ist ein ganz entscheidender Zeitpunkt bei einem Werk- bzw. Bauvorhaben und von wesentlicher Bedeutung. Sie ist deshalb von sämtlichen Beteiligten mit großer Sorgfalt und Genauigkeit auszuführen. Sie sollten auch schon aus Beweiszwecken schriftlich in einem Protokoll festgehalten werden. Die Abnahme kann ausdrücklich, förmlich oder sogar durch konkludentes Handeln (z.B. Ingebrauchnahme) erfolgen. Von wesentlicher Bedeutung ist dabei das Vorliegen der Abnahmereife.

Bis zur Abnahme liegt die sogenannte Erfüllungsphase vor, mit der Abnahme erfolgt der Eintritt in die Gewährleistungsphase. Mit der Abnahme gehen die Gefahren und Risiken des Baus auf den Bauherrn über. Der Bauherr muss nun selbst ein Haus gegen Diebstahl und Beschädigung versichern.

Auch dreht sich die Beweislast. Nach der Bauabnahme muss der Bauherr das Vorliegen von Mängeln und die Verantwortlichkeit des Unternehmers nachweisen.

Sind bei der Abnahme Mängel zu erkennen, sind diese zu erfassen und im Protokoll zu vermerken.  Ansonsten erlöschen offensichtliche Mängel, die aufgeführt und vorbehalten sind, durch eine Abnahme.

Auch sind etwaige Vertragstrafenansprüche bei einer Abnahme ausdrücklich vorzubehalten, da auch diese ansonsten erlöschen.

Mit der Abnahme wird zudem grundsätzlich die Vergütung des Unternehmers fällig.

Die Abnahme ist außerdem der Beginn der Verjährung.

Autor

Michael Walther

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Arbeitsrecht, Bau- und Architektenrecht

Mediator

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